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03. Februar 2016
Topthema Ratgeber || Ratgeber
Autor: Gabi Scheidt
Sicher durch die jecken Tage

Alle Krawatten zittern schon seit Tagen. Denn morgen geht es ihnen wieder an den Kragen. Der Grund: Die jecken Weiber in den rheinischen Hochburgen blasen wieder zum Sturm und den männlichen Jecken geht es an den Kragen. Die Tradition des Krawattenabschneidens gehört zu Weiberfastnacht wie der Karnevalszug zum Rosenmontag. Der Schlips gilt noch heute als Symbol der männlichen Macht und fällt deshalb gerne der Schere der „jecken Wiever“ zum Opfer. Zwar ist es im Rheinland als stillschweigende Einwilligung anzusehen, wenn man(n) an Weiberfastnacht eine Krawatte trägt, aus rechtlicher Sicht bleibt aber trotzdem Vorsicht geboten. Vom wahllosen Krawattenabschneiden sollte gerade in der Berufswelt Abstand genommen werden. Hier gilt: Den Schlipsträger im Zweifel vorher fragen, ob er mit dem Abschneiden einverstanden ist. Denn willigt der Krawattenträger nicht ein, kann „Schnipp, Schnapp“ eine Eigentumsverletzung vorliegen und Schadenersatz drohen.

Keine Narrenfreiheit im Straßenverkehr

Auch im Straßenverkehr lauern an Karneval einige Fallstricke auf die feierlustigen Jecken, denn die fünfte Jahreszeit und das Autofahren passen nicht unbedingt zusammen. Klar ist: Im Straßenverkehr gibt es keine Narrenfreiheit! Wer mit dem Auto unterwegs ist, muss darauf achten, dass weder die Sicht, noch das Gehör oder die Bewegungsfreiheit durch das Kostüm beeinträchtigt werden. Wer sich mit Gesichtsmaske á la Darth Vader, als Pirat mit Augenklappe oder stylisch mit Vampir-Kontaktlinsen hinters Steuer setzt, riskiert schnell ein Bußgeld. Bei einem Unfall kann es sogar richtig teuer werden, da der Versicherungsschutz unter Umständen wegen grober Fahrlässigkeit verloren geht. Spätestens am Aschermittwoch sollte maskiertes Autofahren dann komplett unterlassen werden, denn dann fällt der kostümierte Spaß am Steuer unter das gesetzliche Vermummungsverbot. Und nicht vergessen: Wer ausgelassen feiern und dabei nicht auf alkoholische Getränke verzichten möchte, sollte sein Auto auf jeden Fall stehen lassen. Wer meint, sich nach einem Unfall unter Alkoholeinfluss auf seine Kfz-Versicherung verlassen zu können, könnte falsch liegen und auf dem entstandenen Schaden sitzen bleiben.

Sorglos feiern mit dem richtigen Versicherungsschutz im Gepäck

Ab sofort herrscht im Rheinland der alljährliche Ausnahmezustand: Die fünfte Jahreszeit steuert auf Straßen, in Kneipen und Sälen ihrem Höhepunkt entgegen. Wer jetzt sorgenfrei durch die jecke Zeit kommen möchte, sollte schnell noch seinen Versicherungsschutz überprüfen. Denn bei der Vorbereitung auf die tollen Tage zählt nicht nur ein gutes Kostüm, sondern auch das Wissen um die notwendigen Versicherungen. Ausgewiesene Karnevalisten sollten vor allem auf eine private Haftpflichtversicherung nicht verzichten. Sie kommt für Sach-, Personen- und Vermögensschäden auf, die der Versicherte beispielsweise aus Unachtsamkeit verursacht. Wird beim Zuprosten beispielsweise die staatse Uniform des Gardeoffiziers ruiniert, übernimmt die private Haftpflichtversicherung die Reinigungskosten.

Unverzichtbar ist im bunten Treiben auch eine private Unfallversicherung, denn der Besuch des Rosenmontagszuges kann schmerzhafte Erlebnisse mit sich bringen. Platzwunden und Prellungen sind keine Seltenheit, wenn Schokoladentafeln und Pralinenschachteln tief fliegen. Was viele nicht wissen: Wer sich beim Karnevalsumzug oder auf einer Veranstaltung verletzt, kann in der Regel nicht den Veranstalter verklagen. Denn wer im Karneval unterwegs ist, kann damit rechnen, sagen die Gerichte.

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