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14. April 2014
Ratgeber
Autor: Gabi Scheidt
Nachbarschaftshilfe im Urlaub - wer haftet eigentlich?

Leider können Gefälligkeiten unter Nachbarn oder Freunden das gute Verhältnis stark strapazieren. Etwa, wenn die Nachbarin statt der Zimmerpflanzen das Notebook gießt oder es mit den Blumen zu gut meint und das teure Parkett aufquillt, schlimmer noch – wenn sie den geliebten Vogel entwischen lässt. Der Streit um den Schadenersatz bleibt dann nicht aus. Für den Urlauber ist der Schaden ärgerlich, für den Nachbarn mehr als unangenehm.

Grundsätzlich gilt, dass derjenige, der Dritte schädigt für den Schaden und die Folgekosten aufkommen muss, beispielsweise wenn er bei seinen Nachbarn zu Besuch ist und den Rotwein auf das weiße Sofa kippt. Bei Freundschaftsdiensten machen die Gerichte allerdings eine Ausnahme. Sie gehen davon aus, dass ein stillschweigender Haftungsausschluss vereinbart wurde.

Wer seinen Nachbarn um Hilfe bittet, der bekommt den Schaden nicht ersetzt, wenn es sich um eine uneigennützige Gefälligkeit handelt. Denn der Nachbar übernimmt ja nur eine Aufgabe, die man auch selber erledigen könnte. Einem selbst hätte das Malheur ebenfalls passieren können. Anders verhält es sich, wenn der Nachbar grob fahrlässig handelt, also beispielsweise den Blumentopf unter den fließenden Wasserhahn stellt und dann für eine Stunde raus geht.

Wann die Versicherung auch bei Gefälligkeitsschäden zahlt

Nicht selten landen gute Nachbarn oder Freunde wegen Gefälligkeitsschäden vor Gericht, um das von vorneherein zu vermeiden, empfehlen wir bei der Privat-Haftpflichtversicherung zusätzlich den Schutz vor Gefälligkeitsschäden einzuschließen. Das sichert den Versicherungsnehmer gegen Sachschäden aufgrund von Gefälligkeitshandlungen bis zu einer gewissen Schadenhöhe ab und kostet nur wenige Euro mehr im Jahr. Beschädigt man dann beim Blumengießen Nachbars guten Perserteppich, kommt die eigene Haftpflichtversicherung für den Schaden auf – auch wenn sie das rechtlich gesehen überhaupt nicht müsste. Wir empfehlen außerdem, vor der kostenlosen Hilfe – sei es das Haus-Sitting im Urlaub, die Hilfe beim Umzug oder beim Renovieren –  mit den Freunden oder Nachbarn über mögliche Schadensfragen zu reden und die Haftung zu klären und so Unstimmigkeiten schon vorher auszuschließen.

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