News Single
Quelle: Ben Wolf
02. Dezember 2015
Ratgeber
Autor: Anna Braß
Zeitreise in die Zukunft

Das Rheinland ist eine Region mit vielen Gesichtern – sei es der Mix von Stadt und Land oder der gemischte Menschenschlag. So unterschiedlich und vielseitig das Rheinland als Lebensraum ist, so unterschiedlich ist auch die Rentenentwicklung in der Region.

Rente hängt von der Region ab

In der Studie „Rentenperspektive 2040“ vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und der Prognos AG wird ein Blick in die gesetzliche Rentenzukunft Deutschlands geworfen – aufgeteilt nach Regionen. Das Szenario: Die Rente in 25 Jahren. Die wesentlichen Erkenntnisse:

  • Die Altersbezüge sinken: Die deutschen Renten werden zwar in den kommenden Jahren real steigen, sie können aber nicht mit der Lohnentwicklung mithalten, sodass die Altersbezüge im Jahre 2040 gemessen an dem vorherigen Einkommen niedriger als heute ausfallen.
  • Rentenkaufkraft schlägt Rentenhöhe: Nicht die Rentenhöhe ist entscheidend, sondern was ihr euch dafür leisten könnt. Hier gibt es deutliche regionale Unterschiede. Eine höhere Kaufkraft kann auch den Nachteil einer niedrigeren Rente ausgleichen.
  • Wohnort macht die Rente:  Die Höhe und der Wert der Rente wird maßgeblich vom Wohnsitz beeinflusst.
  • Berufswahl definiert Rente: Eure Berufswahl und Einkommensperspektiven entscheiden über die Höhe der Rente. Je länger ihr arbeitet und je höher euer Einkommen ist, desto höher fällt die gesetzliche Rente aus.

Quer durchs Berufsbeet: Vom Entwicklungsingenieur bis zur Verkäuferin

Um ein möglichst differenziertes Bild der Rentenentwicklung der nächsten 25 Jahre zu zeichnen, wurden in der Studie sechs typisierte Erwerbsbiografien untersucht. Die Auswahl der Berufsbilder orientierte sich an deren heutigen häufigen Auftreten.

Sie sind alle Jahrgang 1973: der Entwicklungsingenieur, die Sozialpädagogin mit zwei Kindern, der Elektroinstallateur, die Teamleiterin ohne Kind, der Lohnbuchhalter und die Verkäuferin mit zwei Kindern. Sie stehen stellvertretend für verschiedene Lebenswelten, finanzielle Rahmenbedingungen und somit unterschiedliche Rentenerwartungen.                                                                                                                        

Köln ist für Rentner ein teures Pflaster, Euskirchen hat die höchste Rentenkaufkraft

Das Rheinland wurde in der Studie in zwei Teilen untersucht. Die erste Gruppe bildeten Köln, Leverkusen, der Rheinisch-Bergische Kreis, der Rhein-Sieg-Kreis, der Rhein-Erft-Kreis und Euskirchen. Köln liegt im Vergleich zum bundesdeutschen Durchschnitt bei der Bruttorente je nach Erwerbsbiografie meistens unter dem bundesdeutschen Durchschnitt. Nur die Sozialpädagogin mit zwei Kindern (1.620 Euro gegenüber 1.612 Euro) und die Teamleiterin ohne Kinder (2.369 Euro gegenüber 2.366 Euro) bekommen in Köln mehr Bruttorente.

Was auffällt: Jede der sechs Berufsgruppen kann sich in Köln und Leverkusen weniger für die Rente leisten. In allen anderen untersuchten Teilen des Rheinlands ist die Rentenkaufkraft höher als die tatsächliche Rente. In Euskirchen können sich alle Erwerbsbiografien am meisten für die Rente leisten, auch wenn im  Vergleich die Bruttorente am niedrigsten ist.

Düsseldorf unter dem westdeutschen Durchschnitt, Duisburg und Mönchengladbach sind rentnerfreundlich

In der zweiten Gruppe standen die Landeshauptstadt Düsseldorf, Wesel, Duisburg, Mönchengladbach, der Rhein-Kreis Neuss und Solingen im Studienfokus. Aktuell zählt Wesel mit einer Rentenkaufkraft von 1.000 Euro zu den zehn Kreisen mit der höchsten Rentenkaufkraft Westdeutschlands. Und 2040?

Im bundesdeutschen Vergleich bekommen der Entwicklungsingenieur, die Sozialpädagogin und die Teamleiterin in Düsseldorf eine höhere Bruttorente als woanders, also Berufsgruppen, die generell schon mehr verdienen. Lediglich in Düsseldorf liegt die Rentenkaufkraft aufgrund der hohen Lebenserhaltungskosten unter dem westdeutschen Durchschnitt, auch im Rhein-Kreis Neuss gibt es weniger für die Rente. In den anderen Gegenden könnt ihr euch mehr für die jeweilige Rente leisten – insbesondere in Duisburg und Mönchengladbach, im Hinblick auf die Erwerbsbiografien haben die Teamleiterin und der Entwicklungsingenieur eine besonders gute Kaufkraft.

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