News Single
04. September 2019
Ratgeber
Autor: Natascha Schmidt
Streit mit dem Arbeitgeber

Eine ungerechtfertigte Kündigung, ausbleibende Gehälter oder Mobbing am Arbeitsplatz – jeder fünfte deutsche Arbeitnehmer hatte bereits einen Streit mit seinem Vorgesetzten. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag. Dabei landete jeder zweite Streit vor Gericht. Doch nur jeder dritte Befragte hatte für diesen Fall eine Berufs-Rechtschutzversicherung abgeschlossen. Ein Rechtsstreit kann schnell mehrere Tausend Euro kosten. Um im Ernstfall einen rechtlichen Beistand zu haben und sich vor finanziellen Folgen zu schützen, ist eine entsprechende Versicherung unerlässlich.

Das größte Konfliktpotenzial bringen Gehaltsfragen mit sich. Sie sind laut der YouGov-Umfrage Anlass für jeden vierten Streit mit dem Arbeitgeber. Wenn der Arbeitgeber das Gehalt unpünktlich, nur teilweise oder gar nicht zahlt, sind Arbeitnehmer dazu gezwungen, ihren Lebensunterhalt von ihren Rücklagen zu bestreiten. In so einem Fall sollte man schnell reagieren. Innerhalb von drei Monaten müssen Arbeitnehmer gegen den Zahlungs­verzug vorgehen und die Lohnzahlung beim Arbeitgeber einfordern, sonst verfällt ihr Anspruch. Ein Anwalt hilft bei der Zahlungsaufforderung und kümmert sich um die nächsten Schritte, wenn der Arbeitgeber nicht darauf reagiert.

Ohne Berufs-Rechtsschutzversicherung kann es teuer werden

Wenn der Streit vor dem Arbeitsgericht landet, kann es teuer werden, denn anders als bei zivilrechtlichen Verfahren müssen Arbeitnehmer ihren Anwalt auch dann selbst bezahlen, wenn sie den Fall gewinnen. Ohne eine entsprechende Versicherung setzen sich Arbeitnehmer einem finanziellen Risiko aus. Eine Berufs-Rechtsschutzversicherung deckt die hohen Anwalts- und Gerichtskosten sowie Gutachtenhonorare ab. Grundsätzlich können die Leistungen der Berufs-Rechtsschutzversicherung erst nach drei Monaten in Anspruch genommen werden. Daher sollten sich Arbeitnehmer rechtzeitig um einen Versicherungsschutz kümmern.

Bei einer Kündigung Ruhe bewahren

Neben ausbleibenden Gehaltszahlungen gehören laut der YouGov-Umfrage Kündigungen wegen Umstrukturierungen, Krankheit oder angeblich unangemessenem Verhalten zu den häufigsten Streitursachen (22 %). Wenn eine Kündigung im Raum steht, geraten viele Arbeitnehmer in Panik. Denn mit dem Verlust der Arbeit steht auch die eigene Existenz auf dem Spiel. Arbeitnehmer sollten in dem Fall Ruhe bewahren und sich umgehend arbeitssuchend melden. Nur so verhindern sie, dass eine Sperrzeit des Arbeitslosengeldes verhängt wird. Danach sollten Arbeitnehmer ihre Versicherung kontaktieren und sich einen Fachanwalt vermitteln lassen. Dieser prüft dann, ob die Kündigung rechtswirksam ist und kümmert sich auch um die Kündigungsschutzklage, die innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung eingereicht werden muss.

Mediation hilft bei der Lösungssuche

Laut den Ergebnissen der YouGov-Umfrage ist Mobbing am Arbeitsplatz die dritthäufigste Streitursache. Jeder zwölfte Befragte war schon einmal davon betroffen. Beleidigungen, Ausgrenzung oder unberechtigte Kritik – wenn sich solche Vorfälle häufen, können betroffene Arbeitnehmer im schlimmsten Fall krank und sogar arbeitsunfähig werden. Man muss aber nicht immer gleich den Anwalt einschalten. Manche Streitigkeiten lassen sich zum Beispiel auch mit einem Mediator lösen. Auch hier steht die Berufs-Rechtsschutzversicherung den Arbeitnehmern zur Seite und kommt für die Kosten der Mediation auf.

Die Befragung

Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 2040 Personen zwischen dem 13. August 2019 und 15. August 2019 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

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