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12. März 2019
Ratgeber
Vier Strategien

Rund 37 % der erwerbstätigen Frauen in Deutschland haben neben der gesetzlichen Rente keine zusätzliche Altersvorsorge abgeschlossen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Provinzial Rheinland. Hohe Teilzeitraten, häufige und längere Erwerbsunterbrechungen, niedrige Entgelte und die Beschäftigung in Minijobs sorgen dafür, dass Frauen im Vergleich zu Männern nur wenig Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Die Folge: Während eine ehemalige Angestellte im früheren Bundesgebiet durchschnittlich 722 Euro Rente bezieht, erhält ihr männlicher Kollege 1.132 Euro. Die Zahlen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zeigen, dass die gesetzliche Rentenversicherung allein für viele Frauen nicht ausreicht, um im Alter gut versorgt zu sein.

Trotz drohender Niedrigrente kümmern sich zu wenig Frauen um eine zusätzliche Absicherung. Die Gründe dafür sind vielfältig: Rund 48 % der befragten Frauen gaben an, zu wenig Geld für eine zusätzliche Altersvorsorge zu haben. Aber auch zu wenig Informationen (15 %), zu wenig attraktive Angebote (15 %) und zu wenig Zeit (12 %) gehören zu den Gründen. Die meisten sind sich daher nicht bewusst, dass Altersvorsorge nicht teuer sein muss. Schon mit kleinen Beiträgen können Frauen ihre Rente aufbessern.

Kleines Gehalt, große Wirkung

Nur 24 % der erwerbstätigen Frauen in Deutschland gaben an, eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) abgeschlossen zu haben. Dabei ist diese für Arbeitnehmerinnen in Teilzeit besonders attraktiv. Denn seit Januar 2002 haben Beschäftigte ein Recht auf Entgeltumwandlung. Darüber können sie einen Teil ihres Bruttogehalts in eine betriebliche Altersvorsorge umwandeln und selbst bestimmen, wie viel sie von ihrem Gehalt zurücklegen möchten. Wer bei einem monatlichen Gehalt von 1.500 Euro jeden Monat 100 Euro in die betriebliche Altersvorsorge einzahlt, hat durch die Ersparnis bei Steuern und Sozialversicherung einen Nettoaufwand von lediglich rund 58 Euro. Ein weiterer Vorteil: Beiträge lassen sich flexibel gestalten und können in Phasen der Elternzeit oder Arbeitslosigkeit auch ausgesetzt werden.

Frauen, die einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen, haben hingegen die Möglichkeit, zusätzliche Arbeitsstunden in eine betriebliche Altersvorsorge einfließen zu lassen. Dabei leistet der Minijobber Mehrarbeit und der Arbeitgeber zahlt statt einer Lohnerhöhung einen Rentenbeitrag in die betriebliche Altersvorsorge. So können Frauen Einkommenseinbußen vermeiden und trotzdem eine zusätzliche Versorgung für das Alter aufbauen. Eine Arbeitsstunde mehr am Tag kann schon dabei helfen, die Rente aufzubessern.

Von staatlichen Zulagen profitieren

Nur rund 21 % der erwerbstätigen Frauen haben laut der YouGov-Umfrage einen Riester-Vertrag abgeschlossen. Dabei hat die Riester-Rente gerade für Frauen mit Kindern einen entscheidenden Vorteil: Sie haben einen Anspruch auf staatliche Zulagen für sich und ihren Nachwuchs. Beispielsweise erhalten Familien für ihre Kinder, die ab 2008 geboren wurden, neben der Grundzulage von 175 Euro zusätzliche 300 Euro Kinderzulage pro Jahr. Bei Kindern, die vor 2008 geboren wurden, sind es zusätzlich 185 Euro. Um die volle Zulage zu erhalten, müssen Frauen mindestens 4 % ihres Bruttoeinkommens oder maximal 2.100 Euro, abzüglich der Zulage, in die Riester-Rente einzahlen. Damit Frauen jedoch die volle Zulage erhalten, müssen sie einen Mindestbeitrag von 60 Euro in die Riester-Rente einzahlen, ansonsten wird die Zulage gekürzt.

Aber auch wenn die Frau nicht erwerbstätig ist, kann sie von der Riester-Zulage profitieren. Voraussetzung ist, dass der Ehepartner unmittelbar zulagenberechtigt ist. In diesem Fall kann auch die Ehefrau die Zulagen zu einem Riester-Vertrag beanspruchen, wenn sie einen eigenen Altersvorsorgevertrag abgeschlossen hat. So sind zum Beispiel Hausfrauen voll förderberechtigt, wenn sie den Sockelbeitrag von 60 Euro einzahlen, obwohl sie nicht gesetzlich rentenversicherungspflichtig sind.

Mehr Sicherheit oder mehr Rendite

Zwei weitere Vorsorgemöglichkeiten sind die Kapital-Lebensversicherung und die fondsgebundene Rentenversicherung. Die Kapital-Lebensversicherung leistet zum einen die vereinbarte Versicherungssumme im Rentenalter, zum anderen ist sie für den Partner ein Hinterbliebenenschutz. Gerade einmal 21 % der erwerbstätigen Frauen nutzen diese Form als zusätzliche Altersvorsorge, so die Ergebnisse der YouGov-Umfrage. Hohe Renditen können Frauen hingegen über die fondsgebundene Rentenversicherung erzielen. Über einen Sparvertrag wird regelmäßig in einen Investmentfond eingezahlt. Sparer setzen sich mit einer fondsgebundene Rentenversicherung Kursschwankungen aus. Daher sollten sie einen langen Anlagezeitraum in Erwägung ziehen, um ihre Renditechancen zu erhöhen. Da Sparpläne flexibel sind, ist es möglich, die Zahlungen zeitweise einzustellen, wenn zum Beispiel bei einer Babypause weniger Geld verfügbar ist. Allerdings nutzen diese Form der zusätzlichen Altersvorsorge laut der YouGov-Umfrage lediglich 12 % der erwerbstätigen Frauen.

Ganz gleich ob die betriebliche Altersvorsorge, Riester-Rente, Kapital-Lebensversicherung oder fondsgebundene Rentenversicherung als zusätzliche Altersvorsorge gewählt wird, Frauen sollten über die gesetzliche Altersvorsorge hinaus für das Alter vorsorgen. Um die für sie passende Altersvorsorge zu finden, sollten sich Frauen von ihrem Versicherungsexperten individuell beraten lassen.

Die Befragung

Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 2044 Personen zwischen dem 19.02.2019 und 21.02.2019 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

 

 

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