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18. Juni 2018
Ratgeber
Autor: Anna Braß / wetter.com
Starkregen, wo kommst du her?

Extreme Wetterphänomene, steigende Temperaturen sowie der Anstieg des Meeresspiegels: Der Klimawandel nimmt Einfluss auf die Entwicklung der Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft – und ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit.

Sogenannte Starkregenereignisse wie zum Beispiel „Elvira“ oder „Friederike“ im Mai und Juni 2016, lassen Bäche zu reißenden Flüssen werden, überfluten Straßen, Keller und Tiefgaragen. Faustgroße Hagelkörner zerschlagen selbst Windschutzscheiben und Dachziegeln. Solche Ereignisse werden zukünftig eher zu- als abnehmen, zu dem Schluss kommt die Klimastudie der Potsdamer Klimaforscher im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherer, die 2011 veröffentlicht wurde.

Bevölkerung merkt: Wetter ändert sich

Aber nicht nur die Wissenschaft sieht eine verstärkt von Unwettern geprägte Lage. Laut einer Trendstudie der Provinzial Rheinland zum Thema „Elementarschäden“ von 2016 sind 92 Prozent der Rheinländer überzeugt, dass derartige Unwetterereignsse in den vergangenen zehn Jahren zugenommen haben. Mehr als neun von zehn Rheinländern haben der Umfrage zufolge das Gefühl, dass solche heftigen Unwetter in den vergangenen zehn Jahren zugenommen haben. Bei der gleichen im Jahr 2013 durchgeführten Umfrage der Provinzial waren es noch rund 80 Prozent.

Dieses Gefühl ist zudem wesentlich stärker ausgeprägt als noch 2013: Damals hatte nur ein Drittel der Befragten den Eindruck, dass es eine deutlich Zunahme gegeben hat. 49 Prozent der Rheinländer hatten eher das Gefühl, dass es nur etwas häufiger Unwetter gab. In 2016 verspürten dagegen mehr als die Hälfte der Rheinländer (54 Prozent) eine deutliche Zunahme an Unwettern. Zudem gaben in der aktuellen Befragung nur noch halb so viele (8 Prozent) an, dass sie keine Wetterveränderungen registriert haben wie noch im Jahr 2013 (16 Prozent). Die Meisten (86 Prozent) gehen auch davon aus, dass in Zukunft die Extremwetterereignisse zunehmen werden.

Ein Blick hinter die Wetterkulissen: Starkregen

Eines ist also klar: Extreme Wetterphänomene werden uns weiterhin intensiv begleiten. Doch wie entstehen diese überhaupt? Wir werfen exemplarisch einen Blick auf die Entwicklung von Starkregen:

Ein Regen wird zum Starkregen, wenn große Niederschlagsmengen innerhalb einer bestimmten, meist nur recht kurzen Zeitspanne fallen. Aber auch Dauerregen kann sehr intensiv ausfallen und somit ein Starkregen werden. Starkregen entwickelt sich meist bei kräftigen Schauern oder Gewittern. Damit sind konvektive (strömende) Wolken der Auslöser für die heftigen Niederschläge. Dabei können sie auch mit Hagel durchmischt sein und von Fallböen begleitet werden, weil die vielen Regentropfen die Luft mit sich in die Tiefe reißen.

Die Temperatur macht’s: Generell tritt Starkregen vorwiegend im Sommerhalbjahr auf. Denn: Für die großen Niederschlagsmengen in recht kurzer Zeit müssen massive Quellwolken mit großen Wassermengen entstehen. Dies ist jedoch nur bei ausreichend warmer Luft möglich, da kalte Luft weniger Feuchtigkeit und auch weniger Energie enthält.

Starkregen ist ein lokales Phänomen

Starkregen ist in der Regel ein lokales Ereignis, er trifft selten eine ganze Region. Das wäre nur bei sehr kräftigen Tiefs der Fall, wo Dauerregen die Starkregenschwelle überschreitet. Besonders gefährlich sind Wetterlagen, wo konvektive (strömende) Zellen sich kaum oder gar nicht von der Stelle verlagern. Der Starkregen kann dann längere Zeit in einem kleinen Gebiet fallen und enorme Hochwasser produzieren.

Die offiziellen Richtlinien für Starkregen hat der Deutsche Wetterdienst festgelegt. Er unterscheidet zwei Stufen des Starkregens: Starkregen-Stufe 1  (markantes Wetter: mehr als 10 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde oder mehr als 20 Liter pro Quadratmeter in sechs Stunden) und Starkregen-Stufe 2 (Unwetter: mehr als 25 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde oder mehr als 35 Liter pro Quadratmeter in sechs Stunden).

Starkregen ist ein folgenschweres Phänomen

Bei Starkregenereignissen sind die Auswirkungen recht schnell gravierend. Da in kurzer Zeit sehr viel Regen fällt, hat der Boden meist kaum Zeit, diesen aufzunehmen. Auch die Kanalisation ist oft überfordert. Oftmals führt Starkregen zu rasch ansteigenden Wasserpegeln und nachfolgenden Überschwemmungen sowie Sturzfluten oder Erdrutschen.

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