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01. August 2019
Autor: Natascha Schmidt
Mach dein Ding: Existenzgründung

Auf eigenen Beinen stehen und sein eigener Chef sein – immer mehr Menschen verwirklichen sich diesen Traum. Alleine im vergangenen Jahr gab es 367.000 Existenzgründungen in Deutschland. Das ermittelte das Institut für Mittelstandsforschung in Bonn. Sein eigenes Unternehmen aufzubauen ist ein entscheidender Schritt. Dabei sollten Gründer trotz der stressigen Anfangsphase nicht vergessen, ihren Versicherungsschutz an ihre neue Lebenssituation anzupassen. Die Provinzial Rheinland weiß, worum sich Selbstständige kümmern müssen.

Eine Versicherung ist in Deutschland Pflicht: Die Krankenversicherung. Arbeitnehmer müssen mit ihrem Einkommen erst die sogenannte Versicherungspflichtgrenze überschreiten, um in die private Krankenversicherung zu wechseln. Für Existenzgründer gilt diese Voraussetzung nicht. Sie können sich ganz unabhängig vom Einkommen privat krankenversichern. Gründer haben aber auch die Wahl, weiterhin bei der gesetzlichen Krankenkasse zu bleiben. Die Entscheidung ist allerdings gar nicht so einfach, denn Selbstständige müssen für ihre Versicherungsbeiträge alleine aufkommen. Gerade für junge Selbstständige ist die private Krankenversicherung häufig die günstigere Alternative und bietet in der Regel mehr Leistungen. Denn der Tarif orientiert sich am Alter und Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers. Für Gründer, die sich zu einem späteren Zeitpunkt selbstständig machen, kann die gesetzliche Krankenversicherung günstiger sein. Die Entscheidung ist aber auch abhängig von den individuellen Bedürfnissen. Um die richtige Wahl zu treffen, sollten sich Selbstständige von ihrem Versicherungsexperten beraten lassen.

Unerlässlich: Die Berufsunfähigkeitsversicherung

 Eine Krankenversicherung alleine reicht aber nicht aus. Wer bei einer dauerhaften Erkrankung oder nach einem Unfall seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, steht plötzlich ohne Einkommen da. Ein weiteres Problem: Selbstständige haben keinen Anspruch auf die staatliche Erwerbsminderungsrente. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für sie daher unerlässlich. Um ihren Lebensstandard zu halten, sollten Selbstständige beim Vertragsabschluss eine Rente wählen, die sich an ihrem durchschnittlichen Einkommen orientiert.

Mit der Rürup-Rente von Steuervorteilen profitieren

Was haben Handwerker, Künstler und Hebammen gemeinsam? Sie sind selbstständig und sind trotzdem in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Das gilt aber nicht für alle Selbstständigen. Viele sind von der Pflicht befreit, in die gesetzliche Altersvorsorge einzuzahlen und müssen selbst vorsorgen. Die Rürup-Rente ist für Selbstständige besonders sinnvoll. Denn damit sorgen sie nicht nur für das Alter vor, sondern profitieren auch von Steuervorteilen. Sparer können derzeit Beiträge bis zu 24.305 Euro steuerlich gefördert in die Rente einzahlen und 88 Prozent, also 21.388 Euro in ihrer Steuererklärung geltend machen.

Auch der Betrieb muss abgesichert werden

Der neue Kunde erscheint zu einem Meeting und rutscht im Treppenhaus aus, weil die angestellte Reinigungskraft vergessen hat, das Warnschild aufzustellen. Die Folge: mehrere Knochenbrüche. Ohne eine Betriebshaftpflichtversicherung, die die Haftpflichtrisiken des Betriebes abdeckt, müssen Selbstständige für alle Behandlungskosten alleine aufkommen. Das kann für ein kleines Unternehmen das finanzielle Aus bedeuten. Mit einer Betriebshaftpflichtversicherung sind Selbstständige auf der sicheren Seite, denn sie kommt neben Personen- und Sachschäden auch für Vermögensschäden auf, die Gründer selbst oder ihre Mitarbeiter während der Arbeit verursachen.

Aber nicht nur vor solchen Risiken müssen sich Selbstständige schützen. Schäden durch Feuer, Hagel, Sturm, Leitungswasser oder Einbruchdiebstahl, können einen Betrieb für mehrere Wochen lahmlegen. Müssen dann Maschinen repariert oder das Betriebsgebäude saniert werden, springt die Geschäftsinhaltsversicherung ein. Eine zusätzliche Betriebsunterbrechungsversicherung zahlt in dieser Zeit die Mietkosten und die Gehälter der Mitarbeiter, aber auch entgangene Gewinne. Wer Eigentümer des Betriebsgebäudes ist und teure Maschinen in seinem Betrieb stehen hat, sollte zusätzlich eine Geschäftsgebäudeversicherung abschließen und über eine Elektronik- und Maschinenversicherung nachdenken.

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