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Urheber_auremar
09. Dezember 2015
Ratgeber
Autor: Anna Braß
Geboren in 1973

Willy Brandt war Bundeskanzler, der FC Bayern München deutscher Meister und das Wort des Jahres lautete „aufmüpfig“ – das war unter anderem Deutschland im Jahre 1973. In  diesem Jahr sind die sechs typisierten Erwerbsbiografien der Studie „Rentenperspektive 2040“ geboren: der Entwicklungsingenieur, die Sozialpädagogin, der Elektroinstallateur, die Teamleiterin, der Lohnbuchhalter und die Verkäuferin.

Die Studie „Rentenperspektive 2040“ vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und der Prognos AG untersucht die deutsche Rentenentwicklung bis zum Jahr 2040. Die sechs Erwerbsbiografien stehen für Berufsgruppen, die in Deutschland besonders häufig vorkommen.

Die sechs Erwerbsbiografien

Die Rente ist gewissermaßen ein Spiegelbild des Berufslebens. Wir werfen einen Blick in das Leben der sechs Personen, die stellvertretend für verschiedene Lebenswelten, finanzielle Rahmenbedingungen und somit unterschiedliche Rentenerwartungen stehen:

Der Entwicklungsingenieur: Er hat mit 18 Jahren Abitur gemacht. Nach dem Wehr- oder Zivildienst hat er fünf Jahre studiert, beispielsweise Elektrotechnik oder Maschinenbau, und ist deshalb erst recht spät in den Beruf eingestiegen – von Anfang an allerdings mit einem überdurchschnittlichen Gehalt. Typischerweise hat er als Experte neue Produkte oder technische Verfahren erarbeitet und weiterentwickelt, und das bis zur Rente ohne Unterbrechungsphasen. Über mehr als 25 Jahre hat der Entwicklungsingenieur mehr als 180 Prozent des Durchschnittseinkommens bekommen.

Im Durchschnitt wird der typische Ingenieur 2040 eine Rente von 2.597 Euro monatlich beziehen. Das entspricht rund einem Drittel seines vorherigen Monatsgehalts (34 Prozent).

Die Sozialpädagogin: Sie absolviert nach Erreichen des Abiturs im Alter von 19 Jahren ein fünfjähriges Hochschulstudium im Bereich der Sozialen Arbeit oder Sozialpädagogik. Danach beginnt ihr Erwerbsleben in einem Sozialberuf, der von einer unterdurchschnittlichen Entlohnung gekennzeichnet ist. Im Alter von 27 und 32 Jahren wird die Erwerbsbiografie von zwei Erziehungsjahren sowie drei Jahre später von einer dreimonatigen Arbeitslosigkeit unterbrochen.

Im Durchschnitt wird die typische Sozialpädagogin mit zwei Kindern in Deutschland 2040 eine Rente von 1.612 Euro monatlich bekommen – 39,7 Prozent ihres vorherigen Monatsgehalts.

Der Elektroninstallateur: Er hat mit 17 Jahren die dreieinhalbjährige duale Ausbildung gestartet. Mit Anfang zwanzig hat er seinen Wehr- oder Zivildienst abgeleistet. Bis zum Renteneintritt war er zwei Mal arbeitslos – mit 24 Jahren für einige wenige Monate, im Alter von 33 Jahren über knapp zwei Jahre. In dieser Zeit hat er zunächst Arbeitslosengeld I, später Arbeitslosengeld II, bekommen – das wirkt sich auf die Rente aus. In den restlichen Jahren seiner Berufstätigkeit hat der Elektroinstallateur – heute heißt das Berufsbild übrigens „Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik“ – als Fachkraft ein durchschnittliches Monatsgehalt bekommen.

Im Durchschnitt wird der typische Elektroinstallateur in Deutschland 2040 eine Rente von 1.456 Euro monatlich bekommen – das sind 35,4 Prozent seines vorherigen Monatsgehalts.

Die Teamleiterin: In ihrem Beruf übernimmt sie Aufsichtsaufgaben in der Unternehmensorganisation und koordiniert kaufmännische Bürofachkräfteteams. Sie ist mit 17 Jahren in eine dreijährige duale Ausbildung gestartet. Danach steigert sich ihr Einkommen stetig und liegt über dem Durchschnitt. Dies liegt vor allem daran, dass sie sich weiterqualifiziert und ihre Erwerbsbiografie bis zum Renteneintritt nicht mehr unterbricht.

Im Durchschnitt wird eine typische Teamleiterin in Deutschland 2040 eine Rente von 2.366 Euro monatlich bekommen – das sind 33,6 Prozent ihres vorherigen Monatsgehalts.

Der Lohnbuchhalter: Er hat nach der Mittleren Reife mit 17 Jahren eine kaufmännische Ausbildung begonnen und drei Jahre die Berufsschule besucht, danach seinen Wehr- oder Zivildienst abgeleistet und schließlich mit 24 Jahren die ein- bis zweijährige Weiterbildung zum Lohnbuchhalter absolviert. Beruflich ist er also als „Spezialist“ einzustufen. Im Anschluss hat er bis zu seiner Rente ein überdurchschnittliches Gehalt verdient. Längere Phasen der Arbeitslosigkeit oder Auszeiten für die Kindererziehung gibt es in seiner Erwerbsbiografie nicht, lediglich mit Mitte fünfzig war er für fünf Monate arbeitsunfähig.

Im Durchschnitt wird der typische Lohnbuchhalter 2040 eine Rente von 2.324 Euro monatlich bekommen – rund 37 Prozent seines vorherigen Monatsgehalts.

Die Verkäuferin: Sie hat mit 17 Jahren ihre dreijährige Ausbildung begonnen und die Berufsschule besucht. Sie hat zwei Kinder geboren und dafür jeweils eineinhalb Jahre ihre Berufstätigkeit unterbrochen (Erziehungspause), dafür aber auch jeweils drei sogenannte Rentenpunkte zusätzlich bekommen. Ein Rentenpunkt bringt letztlich so viel Rente wie ein Jahr volle Berufstätigkeit mit einem Durchschnittsverdienst. Zudem ist ihre Erwerbsbiografie von zwei Phasen der geringfügigen Beschäftigung mit entsprechend reduziertem Gehalt geprägt. Sie hat mehrere Jahre in Teilzeit gearbeitet, unter anderem auch direkt vor dem Renteneintritt. Ihr sogenanntes Rentenniveau von knapp 51 Prozent scheint daher recht hoch, ist aber dem reduzierten Einkommen in den letzten Berufsjahren geschuldet.

Im Durchschnitt wird die typische Verkäuferin mit zwei Kindern in Deutschland 2040 eine Rente von 1.095 Euro monatlich bekommen.

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