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© Provinzial Rheinland v.l. Michael und Markus Grimm nehmen ihre Zuschauer mit auf die Reise ins Märchenland ihrer Vorfahren.
13. Juni 2018
Engagement || Provinzial
Autor: Anna Braß
Des Märchens neue Kleider

M & M. Mit diesen Buchstaben verbinden viele eine wohlbekannte Leckerei. M & M steht aber auch für ein besonderes menschliches Gespann. Liebe Schlagerfans: In diesem Artikel geht es leider nicht um Marianne und Michael. Liebe Märchenfans: Ihre Lesestunde hat nun begonnen. Denn hinter M & M verbergen sich Markus und Michael. Nachname: Grimm. Im Rahmen des ehrenamtlichen Mitarbeiterengagements bei der Provinzial Rheinland haben die „Gebrüder Grimm“ nun Kinder und Erwachsene in das Märchenland entführt.

Das Bühnenbild und die Kostüme: Eine Reise in die Vergangenheit, eine Reise in die Anfänge des 19. Jahrhunderts. Aus Markus und Michael Grimm werden die Märchen-Urväter Jacob und Wilhelm Grimm. Die Inszenierung: Eine Reise, bei der sich Vergangenheit und Gegenwart, Tradition und Moderne mischen und verbinden.

Wird Rotkäppchen auf den bösen Wolf reinfallen? Schaffen es Hänsel und Gretel, dem Hexenhaus zu entfliehen? Wird aus einem Froschkönig ein Prinz? Antworten auf diese Fragen findet das Projekt „Grimm trifft Grimm“ gemeinsam mit dem Publikum. Denn: Es wird nicht nur stur-statisch vorgelesen. Es wird gespielt, es wird gesungen, es wird kommuniziert. Alles ganz nah und dynamisch. Mit einer großen Dosis Humor und einer Prise Sprachwitz. Die Zuschauer werden in die Entstehungsgeschichte der Märchen katapultiert, sind im Schreibzimmer der Grimms zu Gast – und dürfen mitgestalten.

Aber: Warum sind Märchen heute immer noch wichtig? Die beiden Grimm‘schen Kreativköpfe haben es dem Provinzial-Blog verraten.

Zunächst einmal Hand aufs Herz bzw. auf Ihren Stammbaum: Sind Sie mit den Brüdern Jacob und Wilhelm Grimm verwandt?

Markus Grimm: Ich stehe in direkter Verbindung zur Linie von Wilhelm Grimm. Aber der Nachname war nicht immer ein Segen. In der Schule wurde ich ‚gehänselt und gegretelt‘. Meine Mama hat auch mal den Ahnennachweis mitgebracht, um zu beweisen, dass ich ein ‚echter‘ Grimm bin, aber das hat die Lage nicht wirklich entspannt. Insbesondere die Jungs fanden damals das Thema Märchen, die Brüder Grimm eher uncool.

Michael Grimm: Meine familiären Wurzeln lassen sich auf den Urgroßvater der Gebrüder Grimm zurückführen. Dieser hatte eine große Nachkommenschaft. Aus vier Beziehungen gingen neun Kinder hervor. Ein Sohn ging nach Bad Camberg und aus dieser Linie stamme ich.

Trugen Sie beide denn schon immer das Märchen-Gen in sich oder kam die Märchen-Liebe erst durch „Grimm trifft Grimm“?

Michael Grimm: Die Märchenwelt spielt für mich durchweg eine große Rolle. Ich hatte schon immer eine Affinität für Geschichten und deren Inszenierung – das liegt mir quasi im Blut. Ich produziere unter anderem schon seit vielen Jahren Kindermedien wie zum Beispiel Lieder und Hörspiele.

Markus Grimm: Mein Ding ist vor allem das Schreiben. Die Brüder Grimm haben ihre Inhalte, ihre Märchen über das Medium Buch verbreitet. Bei mir kommen als Autor noch weitere Medien ins Spiel, neben Kinderbüchern schreibe ich zum Beispiel auch Songtexte.

Märchen in 2018 – angesagt oder verstaubt?

Michael Grimm: Grundsätzlich ist der Zugang zu Märchen heute nicht immer selbstverständlich. Wir haben uns für das Projekt auch einen eigenen Zugang gesucht. Wir wurden anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Erstausgabe der Grimms Märchen gefragt, ob wir nicht was zum Thema machen möchten. Das wollten wir auch – aber mit frischem Wind. So haben wir die Texte, die Sprache gelassen, aber mit einem Blick aus der Gegenwart ummantelt. Wir versuchen, unsere Zuschauer in die Märchen ‚reinzuziehen‘.

Die Menschen, die sich unsere Inszenierung anschauen, gehen unterschiedlich auf die Märchen zu. Am Ende sind aber alle glückselig und merken, dass Märchen immer noch funktionieren und sie sich darin wiederfinden.

Sind die Märchen der Brüder Grimm denn Ihrer Meinung nach weiterhin und langfristig Bedeutungsträger?

Markus Grimm: Diesen Märchen wohnt ein großes Potenzial inne. Sie beinhalten beispielsweise einen Werte- und Verhaltenskompass, und vermitteln zudem, dass jeder mit einer Portion Willensstärke alles schaffen kann.

Michael Grimm: Zusammenhalt, Familie, Liebe, Werte. Diese Themen sind in den Märchen oftmals präsent – und in der heutigen Zeit extrem wichtig, vielleicht sogar noch wichtiger. Märchen bieten den Menschen Raum für Parallelen zur eigenen Lebenswelt.

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