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22. Juni 2018
Ratgeber
Autor: Gabi Wrede
Das Risiko fliegt mit

Man begegnet ihnen beim Joggen im Park oder auch beim Blick in Nachbars Garten: Unbemannte, ferngesteuerte Fluggeräte, so genannte Drohnen oder Multikopter. Längst werden diese nicht nur im Arbeitsleben, sondern auch in der Freizeit eingesetzt. Doch gerade Hobby-Piloten ist häufig nicht bewusst, dass sie mit Drohnen zum Teil erhebliche Schäden verursachen können, für die sie selbst haften. Aber: In der Regel sind Drohnen nicht von der Privat-Haftpflichtversicherung abgedeckt. Deshalb empfiehlt es sich, mit dem Haftpflichtversicherer Kontakt aufzunehmen und eine entsprechende Zusatzversicherung abzuschließen.

Die Gründe für Schäden, die durch Drohnen verursacht werden, sind vielfältig: Vielleicht waren ganz einfach die Batterien nicht lange genug aufgeladen worden. Oder der Pilot hat sich zu riskanten Flugmanövern hinreißen lassen. Idealerweise lässt man seine Drohne auf einem geeigneten Gelände wie einem Modellflugplatz fliegen. Wer seine Drohne hingegen im eigenen Garten oder auch in öffentlichen Grünanlagen nutzt, riskiert Schäden an Gegenständen oder schlimmstenfalls an Menschen. Ein grundsätzliches Flugverbot besteht für Drohnen im Umkreis von 1,5 Kilometern um einen Flughafen.

In Deutschland gilt aktuell nach dem Luftverkehrsgesetz: Wer mit einem Luftfahrzeug, zu denen auch motorbetriebene Flugmodelle und Drohnen gehören, einen Schaden verursacht, haftet für Schäden bis 1 Mio. Euro, auch wenn er diese nicht verschuldet hat (sog. Gefährdungshaftung). Hat der Hobby-Pilot den Schaden schuldhaft verursacht, so haftet er sogar in unbegrenzter Höhe. Das kann Hobby-Piloten schnell teuer zu stehen kommen. Denn vielen ist nicht bewusst, dass eine Versicherungspflicht besteht, die unabhängig von Größe oder Gewicht für alle Luftfahrzeuge in Deutschland gilt. Motorbetriebene Flugmodelle sind in der Regel nicht im Umfang einer Privat-Haftpflichtversicherung enthalten. Daher sollte jeder private Nutzer eine Zusatzversicherung für motorbetriebene Flugmodelle abschließen – entweder als eigenständige Drohnenversicherung oder als Zusatzdeckung zur privaten Haftpflicht. Seit Oktober 2017 besteht außerdem für alle Drohnen über 250 Gramm Abfluggewicht eine Kennzeichenpflicht. Über 2.000 Gramm braucht man sogar einen „Drohnen-Führerschein“. Ohne den kann das Steuern einer Drohne ein empfindliches Bußgeld nach sich ziehen. Zugleich besteht kein Versicherungsschutz für den Piloten. Der Führerschein besitzt im Übrigen eine begrenzte Gültigkeit von 5 Jahren. Im Anschluss muss er wieder beantragt und die Prüfung erneut absolviert werden.

Außerdem sind viele Drohnen mit einer Kamera für zum Teil hochauflösende Video- oder Fotoaufnahmen ausgestattet. So schön Aufnahmen aus der Luft auch sein mögen: Hier sollte man vorsichtig sein, gerade wenn man mit seiner Drohne das eigene Grundstück verlässt. Generell dürfen Drohnen beispielsweise nicht über großen Menschenmengen, Unglücksorten, militärischen Anlagen oder Einflugschneisen von Flughäfen genutzt werden. Zusätzlich kann man durch Aufnahmen anderer Personen ohne deren Einwilligung deren Persönlichkeitsrechte verletzen – etwa, wenn man ungefragt in deren Privatsphäre eindringt. Dazu gehört zum Beispiel auch das Überfliegen des Nachbargartens. Grundsätzlich sollte man sich zu einem solchen Übungsflug die Erlaubnis des Grundstückeigentümers einholen.

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