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© Provinzial Rheinland Guildo Horn (hintere Reihe Mitte) mit Spielern von „buntkicktgut“ und Akteuren der Blindenmannschaft des Polizeisportvereins Köln sowie "buntkicktgut"-Gründer Rüdiger Heid (l.).
12. September 2017
Autor: Anna Braß
Das Grundnahrungsmittel Fußball

Sie schenken sich keinen Meter. Auf dem Fußballcourt in der Sporthalle der Freizeiteinrichtung Icklack in Düsseldorf wird gekämpft und jedem Ball hinterher gejagt. Das Besondere: Alle Spieler sehen nichts und müssen sich auf die anderen Sinne verlassen. Ein Teil der Fußballer ist blind, die anderen spielen mit Augenbinde. Auf dem Platz stehen Spieler der Blindenmannschaft des PolizeiSportVerein Köln 1922 e.V. und Kicker der Initiative „buntkicktgut - interkulturelle straßenfußball-ligen“. Im Tor: Entertainer Guildo Horn. Die Stimmung: Emotionen in Reinkultur. Der Anlass: Die Verleihung des Rheinischen Provinzial Preises der Kultur- und Sozialstiftung der Provinzial Rheinland.

Für Preisträger Guildo Horn ist eines klar: „Fußball ist ein Grundnahrungsmittel. Dem Fußball kann man sich nicht entziehen. Und Kinder muss man da abholen, wo ihre Leidenschaft liegt. Der Fußball hat uns alle lieb.“

Für interkulturelle Verständigung und Wertevermittlung

Durch Fußball Verständigung erleben, Werte erfahren und voneinander lernen – dafür steht die Initiative „buntkicktgut - interkulturelle straßenfußball-ligen“ seit 20 Jahren. Die sozial Schwächeren zu unterstützen, ist auch Entertainer Guildo Horn ein besonderes Anliegen. Seit vier Jahren ist er deshalb ein großer buntkicktgut-Fan und unterstützt die Organisation finanziell und tatkräftig. Für dieses gesellschaftliche Engagement erhielt er in der Freizeiteinrichtung Icklack in Düsseldorf den „Rheinischen Provinzial Preis Menschen füreinander. Menschen miteinander 2017“. Das Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro kommt „buntkicktgut“ für seine Arbeit in Düsseldorf zugute.

Mit Straßenfußball zusammen spielen und lernen

Für ihre Freizeitgestaltung fehlen vielen Kindern und Jugendlichen allzu oft Mittel und Wege – hier kommt „buntkicktgut“ ins Spiel.  Durch den Fußball ermöglicht die interkulturelle Straßenfußball-Liga benachteiligten Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. „Das Modell des organisierten Straßenfußballs gefiel mir von Beginn an“, begründet Guildo Horn sein Engagement für „buntkicktgut“. „Die Jugendlichen lernen ganz spielerisch etwas über Fairplay, Toleranz und Respekt. Sie gewinnen soziale Kompetenzen, die sie auch außerhalb des Bolzplatzes weiterbringen. So stelle ich mir gelebte Integration vor.“

Vereinsgründer Rüdiger Heid ergänzt: „Ich finde ich es immer wieder faszinierend, welche Begeisterung Fußball bei Kindern und Jugendlichen auslöst. Was für eine unglaubliche Kraft in ihm steckt und von ihm ausgeht. Das erlebe ich Tag für Tag auf den Bolzplätzen, wo unsere Jungs und Mädels spielen. Der Fußball bringt sie alle zusammen, spricht eine Sprache.“ Seit 2016 existiert auch in Düsseldorf eine ganzjährige interkulturelle Straßenfußball-Liga für Kinder und Jugendliche von ‚buntkicktgut‘. Die Fußballtrainings finden regelmäßig einmal in der Woche in Kooperation mit lokalen Jugendeinrichtungen, Schulen und Flüchtlingsunterkünften statt. Die Kinder können ohne Anmeldung kommen und sofort mitspielen. Oder sie melden gleich ihr eigenes Team mit mindestens sechs Spielern an. Eigens dafür geschulte Jugendliche, sogenannte Street Football Worker, übernehmen Verantwortung, indem sie eigene Teams aufbauen sowie Trainingseinheiten und Spieltage, in den Stadtquartieren organisieren.  

Stärkung von Teamgeist und Selbstbewusstsein

Seit vier Jahren setzt sich Guildo Horn intensiv für die Arbeit von „buntkicktgut“ ein. „Die Jungs und Mädels können sich auch abseits des Bolzplatzes aktiv beteiligen - im Liga-Rat, in der Redaktion des eigenen Straßenfußball-Magazins „buntkicker“ als Schiedsrichter oder Street Football Worker. Daraus ergibt sich ein wichtiges Zusammenspiel aus Sport und Sprache - besonders für Kinder mit Migrationshintergrund“, erklärte der Entertainer. Er betonte: „‚buntkicktgut‘ ist für Kinder und von Kindern. Das finde ich toll. So entsteht Identifikation und Zusammenhalt, übernehmen die Kids Verantwortung und gewinnen Selbstbewusstsein.“

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