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27. April 2020
Ratgeber
Autor: Natascha Schmidt
Cybersicherheit

Jeder zweite Bundesbürger ist laut dem Branchenverband BITCOM bereits Opfer von Cyberkriminalität geworden. Dennoch wird Kriminalität im Netz nach wie vor von vielen unterschätzt. Insbesondere Privathaushalte sind ein beliebtes Ziel der Angreifer. Wer immer Online-Banking nutzt, online einkauft, auf Social Media aktiv ist oder auch nur allgemein im Internet surft, kann Opfer von Betrügern, Hackern oder Dieben werden – ohne es zu merken. Wir geben euch neun praktische Tipps, wie ihr sicher im Netz unterwegs seid.

Tipp 1: Mit Schutzprogrammen geben Sie Viren und Trojanern keine Chance

Das Geschäft mit Schadschutzsoftware boomt – und das nicht ohne Grund: Viren und getarnte Ausspäh-Programme wie Trojaner sind nach wie vor auf dem Vormarsch. Wichtig zum Schutz aller online genutzten Geräte sind Virenschutzprogramme eines seriösen Anbieters. Allerdings ist es dann auch notwendig, die Software durch Updates immer auf dem aktuellen Stand zu halten. Die beste Schutzsoftware nützt nichts, wenn sie nicht über die neusten Virensignaturen verfügt. Außerdem ist ein Werbeblocker zu empfehlen, damit ihr auch vor versteckter Schadsoftware in Werbeanzeigen (so genanntem „Malvertising“) geschützt seid.

Tipp 2: Achtung, Phishing!

Hinter manchen vermeintlich seriösen E-Mail-Absendern verbergen sich Betrüger, die mit gefälschten Mails und Internetseiten auf Datenfang gehen – auch als „Phishing“ bezeichnet. Auf diese Weise versuchen sie, Benutzerdaten, Kennwörter und Bankdaten zu stehlen und zu missbrauchen. Früher waren solche Phishing-Angriffe meist in schlechtem Deutsch formuliert und so relativ einfach zu entlarven. Das hat sich inzwischen geändert. Die Nachrichten sind vielfach gar nicht mehr als Fälschung zu erkennen. So wird der Empfänger zum Beispiel persönlich angesprochen, und das in perfektem Deutsch.

Auf verdächtigen Mails sollte man weder antworten, noch den Link oder Anhang öffnen. Wenn ihr die angebliche Mail eurer Bank oder eines Online-Händlers prüfen möchten, nehmt  auf separatem Weg Kontakt auf – über die euch bekannte Website oder Telefonnummer. Generell gilt: Seriöse Unternehmen fordern keine vertraulichen Daten per Mail an. Solchen Aufforderungen sollten die Empfänger grundsätzlich misstrauisch begegnen.

Tipp 3: Vorsicht bei offenem WLAN und unbekannten Hotspots                           

WLAN ohne Passwortschutz ist ein Einfallstor für Betrüger. Befindet sich ein Datendieb in der Nähe, kann er die Informationen ganz leicht mitverfolgen. Dazu reicht eine einfache App. Wer sichergehen will, sollte sich nur in kennwortgeschützten Netzwerken bewegen, zum Beispiel in Hotels oder Flughäfen.

Daten von Nutzern offener WLANs fangen Betrüger auch anders ab. Zum Beispiel über einen vorgetäuschten WLAN-Hotspot, der Internetsurfer auf ein gefälschtes Netzwerk leitet. Deshalb gilt: Über öffentliche WLANs sollte man nichts Vertrauliches übermitteln und generell ein vorsichtiges Surfverhalten an den Tag legen.

Tipp 4: Passwort ist nicht gleich Passwort

Laut Hasso-Plattner-Institut für Digital Engineering sind die beliebtesten und zugleich unsichersten Passwörter der Deutschen nach wie vor „123456“ und „123456789“. Nur die Nutzung sicherer Passwörter schützt aber dagegen, dass Unbefugte auf Onlinekonten und Kundendaten Zugriff erlangen. Allgemein gilt ein Passwort als sicher, wenn folgende Eigenschaften erfüllt:

-          Länge: Mindestens 12 Zeichen.

-          Komplexität: Kombination mit Zahlen, Sonderzeichen sowie Groß- und Kleinbuchstaben.

-          Einmaligkeit: Niemals dieselben Passwörter für unterschiedliche Konten oder Zugänge verwenden.

-          Einzigartigkeit: Das Wort sollte nicht im Wörterbuch zu finden sein.

Tipp 5: Mit einem Passwortmanager den Überblick behalten

Wenn es euch schwerfällt, sich alle verschiedenen Passwörter zu merken, empfiehlt sich einen Passwortmanager. Eine solche Software ist bereits für kleines Geld und oftmals sogar kostenlos erhältlich.

Tipp 6: Sharing is Caring? Achtet darauf, was ihr in Social Media teilen.

Auch durch die Nutzung von Social-Media besteht das Risiko, Opfer von Identitätsdiebstahl oder Mobbing zu werden. Aber auch Einbrecher könnten sich eingeladen fühlen, wenn Sie in Ihrem Facebook-Profil nicht nur Ihre Adresse hinterlegen, sondern auch Ihren aktuellen Standort an Ihrem Urlaubsdomizil teilen – offenbar ist Ihre Wohnung für längere Zeit unbewohnt. Achtet deshalb immer darauf, welche Inhalte ihr teilt und mit wem. Weniger ist manchmal mehr.

Tipp 7: Updates schließen Sicherheitslücken

Nicht nur für den Virenscanner gilt: Das regelmäßige Installieren neuer Updates ist unabdingbar, um die Software und Sicherheitseinstellungen eurer Geräte auf dem neusten Stand zu halten. So wird es Angreifern erschwert, eine Sicherheitslücke zu finden.

Tipp 8: Sicher online einkaufen

Wer viel online einkauft, kann leicht Opfer professioneller Betrüger werden. Wichtig ist, dass ihr vor dem Kauf die Vertrauenswürdigkeit des Verkäufers und seiner Onlinepräsenz prüft. Wer ist der Verkäufer? Wie wurde er von anderen Kunden bewertet? Sind auf der Seite vorschriftsgemäß ein Impressum und die AGB hinterlegt? Sind die angegebenen Preise realistisch? Achtet auch auf die Zahlungsweise. Als Faustregel gilt: Erst die Ware, dann das Geld. Vermeidet insbesondere Zahlungen gegen Vorkasse, wenn ihr bei einem Händler noch nie zuvor bestellt habt.

Tipp 9: Cyberversicherung

Um sich gegen Cyberkriminalität und andere Risiken aus dem Netz zu schützen, ist eine Cyberversicherung sinnvoll. In vielen Fällen bieten auch bereits vorhandene Versicherungen Schutz gegen diese Risiken, beispielsweise die Privat-Haftpflichtversicherung, Hausrat- oder Rechtsschutzversicherung. Um jedoch umfassend geschützt zu sein, kann der Abschluss einer separaten Cyberversicherung oder eines Ergänzungsbausteins zu einer bestehenden Versicherung angeraten sein. Deshalb ist es ratsam, den persönlichen Schutz gemeinsam mit einem Berater zu überprüfen.

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