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18. Februar 2015
Ratgeber
Autor: Anna Braß
Aschermittwoch: Vom Feste zum Fasten

Am vergangenen Wochenende herrschte in vielen Städten und Gemeinden buntes Treiben auf den Straßen, in Festzelten oder Kneipen. Auf der Tagesordnung standen die Punkte Kostümieren, Lachen, Feiern, Tanzen, Singen und Kamelle fangen. Doch heute kehren wieder Zucht und Ordnung ein – die Karnevalssession 2015 ist vorbei. Der Aschermittwoch läutet eine neue Brauchtumsphase ein. Wir haben für Euch Informationen rund um diesen Tag zusammengestellt.

Christliches Brauchtum

Der Name „Aschermittwoch“ entstammt dem Brauchtum an diesem Tage: In der Kirche wird zum Zeichen der Buße den Gläubigern Asche aufs Haupt gestreut oder ein Kreuz aus Asche auf die Stirn gezeichnet. Seit dem 10. Jahrhundert lässt sich diese christliche Tradition nachweisen. Die verwendete Asche wird seit dem 12. Jahrhundert aus den übriggebliebenen Palmzweigen des vorjährigen Palmsonntags gewonnen.

Die Asche steht als Symbol für Vergänglichkeit, Buße, Reue und die Reinigung der Seele. Ein jeder kennt aus dem alltäglichen Sprachgebrauch den Ausdruck „in Sack und Asche gehen“. Seit der Spätantike war es im Christentum gang und gäbe, dass Menschen mit einer von der Kirche auferlegten Buße sich zu Beginn der Fastenzeit in ein Bußgewand hüllen mussten und mit Asche bestreut wurden.

In Bezug auf Karneval erfüllt die Asche ein Schutzfunktion: Da am Aschermittwoch die jecke Zeit endet, wird den Geistern der Fastnacht der Garaus gemacht und um sich vor deren Rache und der Rache der Wintergeister, die man beim Karneval verscheucht hat, zu schützen, benutzt man die Asche als „Tarnfarbe“ für das Gesicht.

Ein Tag, viele Bezeichnungen und Bräuche

In vielen Regionen Deutschlands war und ist der Aschermittwoch auch unter anderem Namen bekannt wie zum Beispiel als „Pfeffertag“, da die Langschläfer mit grünen Ruten sozusagen aus den Federn „gepfeffert“ wurden. Auch ein Nahrungsmittel ist Namensgeber: So heißt der Aschermittwoch nach der traditionellen Fastenmahlzeit auch „Heringstag“.

Mit dem Aschermittwoch gehen zudem einige Bräuche einher. Ein bekanntes Traditionsgut ist zum Beispiel der Aschermittwochsstreich. Die Kinder besuchen ihre Taufpaten und geben ihnen Streiche mit grünen, mitunter bunt geschmückten, Zweigen. Die Paten können die „Strafe“ beenden, indem sie sich mit Brezeln oder anderen Nahrungsmitteln „freikaufen“.

Ein weiterer Brauch, der auch unter den Faschingsbräuchen aufgeführt wird, ist das sogenannte „Geldbeutel-Waschen“. In der Karnevalszeit wird der Geldbeutel stark beansprucht und um diesen für neues Geld zu säubern, wird er am Brunnen ausgewaschen. Dieser Akt versinnbildlicht auch die Lossagung von der irdischen Habe während der Fastenzeit.

Dem übermäßigen Genuss abschwören

Der Aschermittwoch markiert im christlichen Kontext den Beginn der österlichen Fastenzeit, die 40 Fastentage bis zum höchsten Feiertag des Christentums, der Auferstehung Jesu Christi, umfasst. Die 40 Fastentage stehen dabei für die 40 Tage, die Jesus fastend in der Wüste verbrachte. Der Aschermittwoch ist der erste Tag des Fastens, das bedeutet, dass der Nahrungskonsum heruntergefahren wird, man nur eine sättigende Mahlzeit pro Tag zu sich nimmt und auf Fleisch verzichten sollte.

Fazit

Wenn Ihr an Karneval über die Strenge geschlagen habt, ist nun die Zeit, sich wieder in gemäßigteren Bahn zu bewegen beziehungsweise etwas für das körperliche und seelische Wohlbefinden zu tun.  Ab Ostern kann man dann wieder – mit mehr oder weniger schlechtem Gewissen – dem Genuss frönen. Auch wenn es ab Aschermittwoch wieder geregelter zugeht, ist Humor weiterhin keine Sünde.

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