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01. Oktober 2015
Ratgeber
Altersvorsorge nach Maß

Mit einer Rente in Höhe von 75 Prozent der letzten Bruttobezüge kommt man im Alter meist gut über die Runden, bei vielen der zukünftigen Ruheständler wird die gesetzliche Rente allerdings deutlich geringer ausfallen - zwischen Bedarf und tatsächlichen Alterseinkünften klafft die Versorgungslücke. Wer seinen Lebensstandard auch im Alter halten möchte, muss deshalb zusätzlich privat Vorsorge treffen. Ein Patentrezept für die Altersversorgung gibt es aber nicht. Die meisten möchten auf Nummer sicher gehen und wünschen sich im Alter eine lebenslange Rentenzahlung. Welche Kombination an Vorsorgeprodukten dafür sinnvoll ist, hängt von den ganz persönlichen Lebensumständen jedes einzelnen ab. Die allein erziehende Mutter mit Kind braucht eine ganz andere Altersversorgung als der gut verdienende Single um die 30 oder der 40-jährige Familienvater. Einen pauschalen Rat kann er deshalb nicht geben. Wir zeigen Euch an einigen exemplarischen Beispielen, wie viel Geld monatlich in die Altersversorgung gesteckt werden muss, um im Alter auszukommen. Die Beispiele sind eine Orientierungshilfe, wie viel der einzelne für seine Altersversorgung aufwenden sollte.

Das braucht der Single-Mann um die 30

Stephan E. ist 30 Jahre alt und lebt allein. Er ist angestellt und verdient 2.500 Euro brutto monatlich. Wenn er bis 65 arbeitet, kann er - je nach Erwerbsbiographie - mit einer gesetzlichen Monatsrente von etwa 1.200 Euro brutto rechnen. Aus einer betrieblichen Versorgungszusage hat er zusätzlich eine Altersrente von monatlich 400 Euro brutto zu erwarten. Bei einem angestrebten Versorgungsgrad von 75 Prozent der letzten Bruttobezüge beträgt seine monatliche Versorgungslücke dann noch 275 Euro brutto. Der hierfür aufzuwendende Monatsbeitrag beläuft sich auf etwa 120 Euro. Je nach Lebensplanung kann er nun wählen aus einer Versicherung mit interessanten steuerlichen Anreizen oder staatlichen Zulagen, beispielsweise einer Basis- ("Rürup"-), einer Riester- oder einer klassischen privaten Rentenversicherung. Abhängig von der gewählten Versicherungsform gelten für den Monatsbeitrag unterschiedliche steuerliche Regelungen.*

So sollte das berufstätige Ehepaar ohne Kinder vorsorgen

Michaela und Uwe L. sind beide 35 Jahre alt und verheiratet. Beide sind angestellt und verdienen 1500 Euro beziehungsweise 3.000 Euro brutto monatlich. Wenn beide bis 65 arbeiten, kann - je nach Erwerbsbiographie - Uwe L. eine gesetzliche Monatsrente von rund 1.430 Euro und seine Frau Michaela eine Monatsrente von rund 720 Euro jeweils brutto erwarten, zusammen also rund 2.150 Euro brutto. Aus einer betrieblichen Versorgungszusage wird Uwe L. noch eine Altersrente von monatlich 400 Euro brutto erhalten. Bei einem angestrebten Versorgungsgrad von 75 Prozent der letzten Bruttobezüge beziehungsweise bis zu 90 Prozent der letzten Nettobezüge, bleibt beiden zusammen eine Versorgungslücke von rund 600 Euro brutto. Der hierfür aufzuwendende Monatsbeitrag beträgt etwa 350 Euro; zur Angleichung der beiden Versorgungen sollte er in eine Altersversorgung für die Ehefrau investiert werden. Je nach Lebensplanung können die beiden wählen aus Basis-, Riester- oder einer klassischen privaten Rentenversicherung. Abhängig von der gewählten Versicherungsform gelten für den Monatsbeitrag unterschiedliche steuerliche Regelungen.*

Das sollten Eltern um die 40 mit zwei Kindern für ihre Altersversorgung tun

Heinz und Katharina K. sind beide 40 Jahre alt, verheiratet und Eltern zweier Kinder im Alter von 5 und 10 Jahren. Katharina K. ist Hausfrau und kümmert sich um die Kinder; ihr Mann ist angestellt und bringt es auf ein Bruttomonatsgehalt von 4.000 Euro. Sollte alles beim Alten bleiben und Heinz K. mit 65 in den Ruhestand gehen, dann kann er monatlich mit ungefähr 1.900 Euro brutto vom Staat rechnen. Hinzu kommt der Anspruch, den seine Frau aus ihrer Berufstätigkeit erworben hat. Das sind rund 400 Euro brutto. Heinz K. kann aus seiner betrieblichen Versorgungszusage monatlich 500 Euro brutto zusätzlich erwarten. Bei einem angestrebten Versorgungsgrad von 75 Prozent der letzten Bruttobezüge beträgt die gemeinsame monatliche Versorgungslücke 200 Euro brutto. Mit einem Monatsbeitrag von etwa 200 Euro lässt sich diese Lücke jedoch schließen. Um die Versorgungen der beiden Partner anzugleichen, sollte das Geld in eine Altersversorgung für die Frau investiert werden. Lohnend ist für Familien mit Kindern die Riester-Rente, denn der Staat gewährt hier auch für die Kinder Zulagen. Außerdem ist je nach per­sön­li­cher Situation und Lebensplanung eine Basis-Rente oder private Rente sinnvoll. Abhängig von der gewählten Versicherungsform gelten für den Monatsbeitrag unterschiedliche steuerliche Regelungen.*

Auch Ehepaare um die 50 sollten noch Vorsorge treffen

Die Eheleute Ursula und Jürgen O. sind beide 50 Jahre alt. Ihre Kinder sind mittlerweile erwachsen und aus dem Haus. Ursula O. ist nach deren Erziehung nicht wieder in den Beruf eingestiegen. Ihr Mann Jürgen verdient monatlich 4.000 Euro brutto. Jürgen O. wird noch 15 Jahre bis zur Rente arbeiten. Er kann mit einer gesetzlichen Rente von mo­nat­lich etwa 1.900 Euro rechnen. Seine Ehefrau hat eigene Rentenansprüche erworben und kann pauschal 400 Euro brutto erwarten. Aus seiner betrieblichen Versorgungszusage wird Jürgen O. monatlich 500 Euro brutto bekommen. Bei einem angestrebten Versorgungsgrad von 75 Prozent der letzten Bruttobezüge, maximal aber 90 Prozent der letzten Nettobezüge, beträgt die gemeinsame monatliche Versorgungslücke 95 Euro brutto. Wollte das Ehepaar O. die Lücke noch schließen, müsste es die nächsten 15 Jahre rund 125 Euro monatlich dafür aufwenden. Zur Angleichung der beiden Versorgungen sollte der Zusatzaufwand in eine Altersversorgung für die Ehefrau investiert werden. Eine Riester-Rente kommt nicht mehr in Frage. Dafür könnten das Paar aber eine Basis-Rente oder eine klassische Privatrente wählen - je nach per­sön­li­cher Situation und Lebensplanung. Abhängig von der gewählten Versicherungsform gelten für den Monatsbeitrag unterschiedliche steuerliche Regelungen.*

Was die Alleinerziehende mit Kind tun kann

Petra G. ist 35 Jahre, Mutter einer fünfjährigen Tochter und lebt allein. Sie verdient monatlich 2.000 Euro brutto. Je nach weiterem Verlauf ihrer Erwerbs­bio­gra­phie kann sie ab dem Alter 65 mit mo­nat­lich etwa 950 Euro brutto aus der Sozialversicherung rechnen. Eine betriebliche Versorgungszusage hat sie nicht zu erwarten. Bei einem angestrebten Versorgungsgrad von 75 Prozent der letzten Bruttobezüge, maximal 90 Prozent der letzten Nettobezüge, beträgt ihre monatliche Versorgungslücke im Alter 360 Euro. Petra G. müsste nun monatlich etwa 210 Euro aufwenden, wollte sie die Rentenlücke schließen. Aus dem laufenden Netto-Einkommen ist dies für sie nur schwer möglich. Trotzdem sollte sie versuchen, wenigstens einen Teil fürs Alter abzuzweigen, um die Versorgungslücke möglichst klein zu halten. Interessant ist für sie wegen der staatlichen Zulagen auf jeden Fall die Riester-Rente. Außerdem kann sie ergänzend dazu noch eine kleine Basis- oder Privatrente abschließen. Abhängig von der gewählten Versicherungsform gelten für den Monatsbeitrag unterschiedliche steuerliche Regelungen.*

Selbstständige müssen selber vorsorgen

Der 35-jährige Hans-Jochen E. ist selbstständiger Versicherungsmakler. Er lebt allein und kommt monatlich auf rund 5.000 Euro brutto. Da er keine Beiträge zur Sozialversicherung zahlt, bekommt er im Alter vom Staat auch keine Rente. Eine Betriebsrente hat er als Selbstständiger ebenfalls nicht zu erwarten. Bei einem angestrebten Versorgungsgrad von 75 Prozent der letzten Bruttobezüge beziehungsweise bis zu 90 Prozent der letzten Nettobezüge, beträgt seine monatliche Versorgungslücke etwa 3.750 Euro. Um diese zu schließen, müsste Hans-Jochen E. monatlich etwa 1.560 Euro in eine Altersversorgung einbringen. Auch wenn dieser Betrag zunächst sehr hoch erscheint: Hans-Jochen E. kann seine Aufwendungen steuerlich geltend machen, so dass seine tatsächliche Nettobelastung geringer ausfällt. Für ihn sind die Basis-Rente und eine private Rentenversicherung sinnvoll. Abhängig von der gewählten Versicherungsform gelten für den Monatsbeitrag unterschiedliche steuerliche Regelungen.*

 

* Sämtliche Altersrenten sind in unterschiedlichem Grad steuerpflichtig und - soweit sie auf einer Pflichtversicherung oder betrieblichen Zusage beruhen - auch sozialversicherungspflichtig.

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