Was ist Hagel?
Hagel: Wieso, weshalb, warum?

Ein Blick hinter das Ereignis, das aktuell unser Wetter bestimmt

Ob Taubenei, Tennisball oder die Größe einer Faust: Er schlägt in unterschiedlichster Form auf der Erde auf – der Hagel. Kein anderes Ereignis prägt momentan in gleichem Maße die Wetterlage in Deutschland. Und beim Hagel handelt es sich nicht um einen glücksbringenden Gesellen, sondern er richtet mitunter gravierende Schäden an. Zahlreiche Fahrzeuge können beispielsweise davon ein Klagelied singen.

Doch was verbirgt sich eigentlich hinter den Eisbällen, die gerade in aller Munde sind? Wie entsteht Hagel? Ein kleiner Exkurs in die Naturwissenschaften bringt Licht ins Dunkel.

Alles ist im Fluss: Wasserkreislauf ist die Grundlage

Die elementaren Zutaten für das Wetterphänomen Hagel sind einfach gesagt Wasser und wechselnde Temperatur. Der Basisprozess ist  der Wasserkreislauf.

Die Fläche der Erde besteht zu über 70 Prozent aus Wasser. Durch die Einstrahlung der Sonne beginnt die Erde zu „schwitzen“, das heißt, Wasser verdunstet und der Dampf wird an die erwärmte Luft abgegeben. Die warme Luft nimmt den Dampf auf und steigt nach oben. Wichtig: Mit steigender Höhe verliert die Luft an Temperatur. Und: Je niedriger die Temperatur, desto geringer ist die Aufnahme von Wasserdampf. Der überschüssige Dampf wird wieder zu flüssigem Wasser: Er kondensiert und Wassertropfen bilden sich.

Die Ansammlung von Wasser am Himmel ist jedem ein Begriff; es sind die Wolken. Durch den Einfluss von Wind stoßen die Tropfen in den Wolken zusammen und werden immer dicker. Irgendwann erlangen die Tropfen ein zu schweres Gewicht, die Luft kann sie nicht mehr halten. Dann werden wieder Schirme und Mützen gezückt, denn je nach Temperatur erreichen die Tropfen als Regen oder Schnee die Erde. Der Wasserkreislauf beginnt somit wieder von neuem.

Hagel: Der harte Schlag der Wolken

Hagel entsteht in sehr hohen Gewitterwolken. Die Wassertropfen in der Wolke werden ganz nach oben gewirbelt, wo niedrige Temperaturen herrschen. Die Tropfen gefrieren dort um Staubteilchen herum – kleine Hagelkörner sind „geboren“. Hier kommt wieder der Wind ins Spiel, dieser initiiert ein „Fahrstuhl-Prinzip“: Die Körner werden kreuz und quer, hoch und runter durch den Raum gewirbelt. Wenn sie nach unten in wärmere Temperaturlagen gelangen, nehmen die Körner weitere Wassertröpfchen auf, die wiederum in höheren Lagen gefrieren. Durch den stetigen Wechsel von Absinken und Aufsteigen nehmen die kleinen Körner an Größe und Dicke zu; sie werden zu großen Hagelbällen zusammengepresst. Genau wie bei den Regentropfen oder Schneeflocken wird ihr Gewicht ab einem gewissen Punkt nicht mehr tragbar und sie schießen mit Volldampf auf die Erde.

Achtung: Durch die Schnelle des Falls kann der Hagel nicht in der warmen Luft schmelzen. Die Kombination von Härte, Schnelle und Schwere ist auch der Grund dafür, dass Hagel solch schlimme Spuren der Zerstörung verursachen kann. Von Hagel spricht der Experte übrigens bei einem Durchmesser von über 0,5 cm, darunter von Graupel.