Umfrage "Einbruch"
Umfrage: Die Angst vor Einbrüchen hat zugenommen

Trotz großer Angst wenig Prävention

Wie stehen die Menschen dem Thema "Einbruch" gegenüber und wie gehen sie damit im Alltag um? Um den Zeitgeist einzufangen, hat die Forsa Politik- und Sozialforschung GmbH im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die Umfrage „Wohnsicherheit und Einbruch-diebstahl“ durchgeführt. Befragt wurden 1.002 Personen per Zufallsverfahren ab 18 Jahren. Sowohl die Gruppe der Vermieter und Eigentümer als auch die der Mieter wurden gleichermaßen berücksichtigt, um repräsentative Aussagen zu ihrem Verhalten zu bekommen.

Mehr Angst vor Einbrüchen

In der Bevölkerung ist die Angst vor einem Einbruch groß. Fast 80 Prozent meinen, dass das Risiko, generell Opfer eines Einbruchs zu werden, in den letzten fünf Jahren gestiegen ist. Etwa jeder Dritte gibt an, persönlich große Angst vor einem Einbruchzu haben (35 Prozent), 2005 waren es noch 28 Prozent.

Insgesamt haben Frauen (41 %) mehr Angst, persönlich von einem Einbruch betroffen zu sein,als Männer (28 %). Auch dass das allgemeine Einbruchrisiko in den letzten fünf Jahren gestiegen ist, schätzen mehr Frauen (81 %) als Männer (73 %). Ebenso zeigten diejenigen, die ein Haus bewohnen (43 %), mehr Angst vor Einbrüchen als diejenigen, die in einer Wohnung leben (28 %). Daneben schätzen Bewohner eines Hauses das persönliche Risiko höher ein als vor fünf Jahren (40 %).

Dabei spielt es offenbar keine Rolle, ob jemand zur Miete wohnt oder im Eigenheim. Bewohner kleinerer Städte (bis 20.000 Einwohner) und von Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern fühlen sich mehr bedroht durch Einbrecher als Bewohner von Städten mit 20.000 bis 100.000 Einwohnern.

Das eigene Einbruchsrisiko wird unterschätzt

Jeder Zehnte stuft seine eigene Wohnung aufgrund der Lage oder baulicher Gegebenheiten als besonders gefährdet ein. Jeder Dritte gibt an, dass in seiner Gegend in der letzten Zeit schon einmal eingebrochen wurde. Das eigene Risiko, selbst Opfer eines Einbruchs zu werden, wird jedoch häufig unterschätzt. Diejenigen, die ein Haus bewohnen (54 %), vertrauen beim Einbruchschutz doppelt so häufig auf ihre beschauliche und ruhige Wohnlage mit aufmerksamen Nachbarn als diejenigen, die in einer Wohnung leben (27 %). Vor allem Bewohner kleiner Städte und Gemeinden verlassen sich darauf.

Ob Haus- oder Wohnungsbewohner – jeder Dritte gibt an, sehr große Angst vor einem Einbruch zu haben. Daneben gibt es eine große Gruppe, die sich nicht unmittelbar bedroht fühlt: Jeder Zweite meint, bei ihm sei nichts zu holen, und jeder Vierte, dass seine Wohnung ausreichend geschützt sei.

Die entscheidende Sicherung wird vernachlässigt

Beim zusätzlichen Schutz gegen Einbrecher vertrauen die meisten auf Rollläden an den Fenstern (56 %) und Bewegungsmelder im Außenbereich (46 %). Mechanische Sicherung wird hingegen vernachlässigt: Abschließbare Fenstergriffe gehörten nur bei jedem Vierten zur Ausstattung, und nur bei jedem Fünften waren die Balkon- oder Terrassentür zusätzlich gesichert. Keine große Rolle beim Einbruchschutz spielen zurzeit Smarthome-Systeme.

Die Ausstattung von Wohnungen und Wohnhäusern mit Sicherungstechnik gegen Einbruch hängt unter anderem von der Wohnform ab. Häuser werden anders gesichert als Wohnungen. Entscheidend ist zudem, ob das Wohnobjekt gemietet ist oder der Eigentümer selbst darin wohnt. Eigentümer investieren eher in Sicherungen an den Fenstern und Balkontüren. Mieter hingegen sichern vor allem die Wohnungseingangstür.

Investition in Sicherheitstechnik kommt zu kurz

Insgesamt fühlt sich nur etwa die Hälfte der Befragten (55 %) in den eigenen vier Wänden ausreichend gesichert. Das trifft auf 62 % der Frauen und auf knapp die Hälfte der Männer zu (48 %). Die Entscheidung, die Wohnung sicherer zu machen, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab – beispielsweise, ob jemand zur Miete oder im Eigenheim wohnt. Aber auch das Risikobewusstsein, die Erfahrungen, das Alter und die finanziellen Möglichkeiten spielen eine Rolle. Fast die Hälfte derjenigen, die zur Miete wohnen, möchte nicht in fremdes Eigentum investieren. Erst mit zunehmendem Alter nimmt diese Bereitschaft zu. In zahlreichen Fällen hat der Vermieter die Kosten für zusätzliche Schlösser an Fenstern und Türen nicht übernommen      (14 %) und drei Prozent haben den Einbau sogar verboten.