Einbruch-Bilanz 2016
Einbruch-Bilanz 2016

Einbruchszahl: Trotz Rückgang weiterhin hohes Niveau

Zum ersten Mal innerhalb von zehn Jahren ist die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland leicht gesunken. 140.000 versicherte Wohnungseinbrüche wurden den Hausratversicherern im Jahr 2016 gemeldet. Im Vergleich zu 2015 ist dies ein Rückgang um 12,5 Prozent. Insgesamt leisteten die Hausratversicherer für Schäden durch Einbruch 470 Millionen Euro an ihre Kunden. Die Entwicklung ist
erfreulich. Die Zahlen dürfen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass immer noch häufiger eingebrochen wird als noch vor fünf oder zehn Jahren. Auch die Leistung der Versicherer liegt immer noch höher als vor zehn Jahren.

 

 

Im Durchschnitt kostet ein Einbruch 3.250 Euro

Diebe haben es auf technische Geräte, wie Handys oder Tablet-Computer, sowie auf Bargeld und Schmuck abgesehen. Technische Geräte sind deshalb so beliebt bei Dieben, da sie leicht zu transportieren und zu verkaufen sind. Gleichzeitig haben sie noch einen hohen Wiederverkaufswert. Und in den meisten Haushalten werden Diebe auch fündig. Versichert ist der Einbruchdiebstahl in der Hausratversicherung. Im Jahr 2016 betrug der durchschnittliche Schaden eines Einbruchs 3.250 Euro und liegt damit 100 Euro unter dem des Vorjahres.

NRW und Rheinland-Pfalz: Weniger Wohnungseinbruchdiebstähle

Laut der diesjährigen Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS Bundeskriminalamt, 2016, April 2017) wurden in 2016 bundesweit 151.265 Wohnungseinbruchdiebstähle (2015: 167.136 Fälle), darunter 63.176 Fälle von Tageswohnungseinbruch (2015: 70.333 Fälle) registriert. Die Fallzahl ist im Vergleich zum Vorjahr um 9,5 Prozent gesunken, der darin enthaltene Tageswohnungseinbruch sank um 10,2 Prozent.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch auf Länderebene wieder: In Nordrhein-Westfalen gab es im vergangenen Jahr 52.578 Wohnungseinbruchdiebstähle – das entspricht 294,3 Fällen pro 100.000 Einwohnern. In 2015 lag die Zahl noch bei 62.362 Wohnungseinbruchdiebstählen (353,6 Fällen pro 100.000 Einwohnern). Der deutliche Anstieg aus dem Vorjahr konnte somit gestoppt werden. In 2016 sanken die Fallzahlen sogar auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren.

In NRW war 19 Uhr die präferierte Arbeitszeit der Einbrecher, im Zeitraum von 18 bis 20 Uhr waren sie besonders aktiv. Des NRWschen Langfingers beliebteste Jahreszeit: definitiv der Winter. Im Januar waren die Einbruchszahlen im Jahresvergleich am höchsten, dicht gefolgt vom Februar. Auf Platz drei mit Abstand: der Dezember.

Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik für NRW 2016 lag die Gesamtschadenshöhe der 28.596 vollendeten Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl im vergangenen Jahr bei 142.427.732 Euro (2015: 180.813.166). Die durchschnittliche Schadenshöhe betrug 4.980 Euro.

In Rheinland-Pfalz wurden 2016 6.744 Wohnungseinbruchdiebstähle (166,4 Fällen pro 100.000 Einwohnern) registriert, in 2015 waren es 7.125 (177,6 Fällen pro 100.000 Einwohnern). Mit einem Gesamtschaden in Höhe von 18.344.085 Euro stieg die Schadenssumme in Rheinland-Pfalz gegenüber dem Vorjahr um 283.190 Euro beziehungsweise um 1,6 Prozent. An dem insgesamt durch Straftaten registrierten Schaden in Höhe von 293.560.226 Euro nimmt der durch Wohnungseinbrüche verursachte Schaden etwa sechs Prozent ein.

Land schlägt Stadt: Über die Hälfte der rheinland-pfälzischen Wohnungeinbruchdiebstähle ereigneten sich in Gemeinden unter 10.000 Einwohner, 27,8 Prozent in Gemeinden von 10.000 bis 100.000 Einwohner und 17,4 Prozent in Städten über 100.000 Einwohner.

Provinzial Rheinland: Weniger Schäden durch Wohnungeinbruch

Auch bei der Provinzial Rheinland macht sich der Trend bemerkbar: Bei dem Regionalversicherer ist in 2016 im Bereich der Hausratversicherung sowohl die Anzahl der gemeldeten Schäden durch Wohnungseinbruch um 17 Prozent auf rund 3.300 als auch der Aufwand für Wohnungseinbruchschäden um rund 21 Prozent auf etwa 11,7 Mio. Euro zurückgegangen.

Diese Entwicklung ist auf den ersten Blick erfreulich, doch der Mehrjahresvergleich offenbart: Das Jahr 2015 war nicht nur für die Hausratversicherer generell, sondern auch für das Unternehmen Provinzial Rheinland ein schadenintensives Jahr, daher fällt der Rückgang in 2016 bei dem Regionalversicherer auch außergewöhnlich hoch aus. Der durchschnittliche Schaden durch Wohnungseinbruch lag bei der Provinzial im vergangenen Jahr bei rund 3.500 Euro – und somit, wie auch in den Vorjahren, über dem Durchschnittswert der GDV-Statistik.

Besonders begehrte Diebesgüter sind Bargeld und Schmuck. Gerne eingesteckt werden zudem Markenuhren, der Wert für den Dieb steigt, wenn neben der Uhr auch Verpackung sowie Unterlagen zur Referenz und Identifikationsnnummer erbeutet werden können. Ein Tipp: Uhr und Unterlagen am besten getrennt aufbewahren.